Kappensitzung

Lach- und Feuersalven auf der Kappensitzung der Beuerbacher Narrengilde

Die Gardetanzgruppe der Beuerbacher Narrengilde zeigt ihr Können auf der Bühne.

 

BEUERBACH – „Gnadenlos durch die Nacht, bis dass Beuerbach erwacht“, tönt die Beuerbacher Narrengilde (BNG) zum Auftakt der Kappensitzung, und Helene Fischer hätte generell ihre helle Freude gehabt, denn auch im weiteren Verlauf des Abends mangelt es nicht an „Tributes“, etwa durch „Ballermann“, auch wenn Protokoller Wolfgang Wick bekennt, nur noch Radio Vatikan zu hören, weil dort kein „Atemlos“ gespielt werde.

Als einer der krankheitsbedingt eingesprungenen Ersatzredner fasst Letzterer die jüngsten Ereignisse zusammen, kommentiert die „Karikaturen, die auch für mich als Christ geschmacklos sind“, und beklagt, dass „die bei der CDU Frau Merkel anbeten“, während „das Volk nur noch als Stimmvieh taugt“.

Ihre Majestät mit weißem Hut, Handschuhen, Handtäschchen und hessisch akzentuiertem „Hello, Hello, Hello“ schreitet in Person von Joachim Bauer vor das Pult mit der britischen Fahne. Zu den geheimen Wünschen einer Queen, deren „Hackesjer“ seit 200 Jahren in Familienbesitz sind, gehöre die Vorstellung, mal Hausfrau zu sein, die „Fenster und Küche putzt“ und bei Netto oder Aldi einkauft, stattdessen jedoch immer „Handtasch schwenke“ muss, die neben einer Miniaturfahne und einem Kondom eine Unterhose von Prinz William enthält, da dieser „nicht ganz dicht“ ist…

Aus der Diaspora:

In einem weiteren Ersatztextbeitrag klärt Petra Randel aus Paderborn über das Glück der Hessen auf, deren Frohsinn der Tatsache geschuldet sei, dass sie von den Römern mit Wein, Weib und Gesang überrollt worden seien, während „im Katholisch-Ranking“ nur der Papst vor Paderborn komme.

Allein schon temperamentsbedingt ein Knüller ist „Aldi-Frau“ Monika Kastelleiner, die mit ihren Abenteuern am Wühltisch zwischen Erotik, Stretchjeans und Geranien immer wieder Lachsalven erntet.

Salven anderer Art wagen diesmal die „Ballabuben“ zum fünfjährigen Jubiläum: Als Legomännchen mit riesigen Köpfen, bemalten Kartonbäuchen und Zangenhänden greifen sie nicht nur zu Flitterflockenexplosion und Wunderkerzen, sondern zu einem ganzen pyrotechnischen Arsenal, bis die unter der Decke hängenden Luftballons platzen – aber die Feuerwehr ist ja nebenan.

Dass Beuerbachs große Stärke allerdings im Tanz liegt, wird ein weiteres Mal unter Beweis gestellt: angefangen bei den grandiosen Hebefiguren der Garde über die hinreißenden 36 Mädchen zwischen zehn und 15 Jahren von Stella Ballare als Schneesternchen, die zwischen Spagat und perfekter Synchronie über die Bühne wirbeln, das grandiose Duo Johanna Stich und Zoe Peters bei einer verrückten Teeparty, die charmanten Golden TUS-Girls aus der früheren „Montagsgruppe“ bis zu den indischen Tempeltänzen von Nataraja. Ballancura, Sophera und das Männerballett zeigen jeweils die berühmte eigene Klasse, und das schon traditionelle „Playback“ vor dem Finale erntet die ebenfalls traditionellen Beifallsalven.